Laipni lūdzam Latvijā!

Im Sommer 2018 habe ich für 4 Monate meine Auslandsstation in Riga absolviert. Ich konnte viele Eindrücke sammeln, habe viel erlebt und einiges gelernt. Grund genug um euch von meiner Reise zu berichten.

Mein Start in Riga

Zu Beginn eine kurze Frage: Was wissen wir denn eigentlich über Lettland? Ich für meinen Teil wusste nicht viel. Ja, es gehört zu Baltikum und es hat den Euro. Besonders die letzte Information ist sehr interessant, denn ich habe während meiner Zeit in Lettland mehrfach die Frage von Freunden gestellt bekommen: „Hat Lettland eigentlich schon den Euro?“ – Ja hat es ;). Riga ist die größte Stadt in Lettland und das gesamte Land kleiner als Bayern. Ansonsten liegt es zwischen vielen anderen Ländern, was mir in den kommenden Wochen und Monaten viel Freude bereiten wird. Doch dazu später mehr.

Mit etwas Verspätung landete ich am späten Freitagabend in Riga und wurde von meiner Chefin freundlich in Empfang genommen. Gemeinsam fuhren wir in meine neue Wohnung in Riga und verabredeten und für den kommenden Montag zur gemeinsamen Fahrt in die Firma.

Der Hauptsitz der lettischen Tochterfirma liegt nämlich nicht mehr in Riga, sondern in Salaspils. Salaspils (zu Deutsch: Kirchholm) ist eine 18 Kilometer südöstlich von Riga gelegene Stadt.

So hatte ich das Wochenende erst einmal Zeit um die Stadt etwas besser kennenzulernen. Ich zog am folgenden Samstag direkt los um Riga zu erkunden und habe festgestellt, mir gefällt die Stadt wirklich gut. Ein sehr gut ausgebautes Busnetz, alles fußläufig zu erreichen, eine tolle Architektur und die Geschäfte haben 7 Tage die Woche geöffnet. So konnte ich mir einen ersten Eindruck verschaffen und mich auf meinen ersten Arbeitstag vorbereiten.

Bild 4Pünktlich am Montagmorgen holte mich meine Chefin zu Hause ab und wir fuhren gemeinsam nach Salaspils. An meinem ersten Tag im neuen Standort bekam ich eine kleine Rundführung durch das Gebäude, durfte gemeinsam mit der Werksleitung die Produktionsstätte besichtigen und wurde direkt in mein neues Projekt eingewiesen. Damit ging es auch schon gleich los, denn rund eine Woche später stand ein wichtiges Meeting an, bei dem alle Vertreter aus dem Baltikum anwesend waren. Auch die Kollegen waren alle sehr nett und gleich lernte ich, multikulti ist die Tagesordnung. Während die einen Lettisch miteinander sprechen, nutzen andere Russisch oder Englisch. Deutsch gehört ebenso zu Tagesordnung, was für ein Mix aus Kulturen. Ich blieb während meiner 4 Monate in Lettland bei Deutsch und Englisch, denn immer wieder hörte ich – und stellte auch fest, dass Lettisch eine sehr schwierige Sprache ist, aber einzelne Wörter nahm ich zum Ende meiner Reise dann doch mit. Somit wurde auch der Ticketkauf für den Bus oder für den Zug immer zu einem kleinen Abenteuer denn Englisch ist zwar bei der jungen Generation durchaus gängig, aber leider nicht bei den älteren Generationen.

Ein untypischer baltischer Sommer

Während der folgenden Wochen und Monate lernte ich das Land, die Menschen und auch den Markt immer besser kennen. Es ist doch immer wieder erstaunlich welche Unterschiede es gibt und so konnte ich viel Neues für meinen Alltag in Deutschland mitnehmen. Zum Beispiel vertreiben wir in Deutschland Caparol beim Profihändler und Alpina im Baumarkt. In Lettland hingegen gibt es extra Caparol-Shops und im Baumarkt wird Alpina, direkt neben Caparol und anderen Marken vertrieben. Da habe ich erst einmal nicht schlecht gestaunt als ich einen der größten Kunden von der DAW im Baltikum kennenlernte.

Auch mein Projekt wuchs stetig und Bild 5entwickelt sich weiter. Die Kollegen lernte ich immer besser kennen und es kamen stetig Neue dazu. Man kann Lettland nicht nur für sich betrachten, sondern muss das gesamte Baltikum sehen. So kommt es auch, dass ich ein zweites Projekt anvertraut bekam bei welchem ich im regen Kontakt zu Kollegen aus Estland stand. Da blieb natürlich auch die eine oder andere Geschäftsreise nach Estland nicht aus. So besuchte ich während meiner Zeit des Öfteren Tallinn und war wirklich begeistert von der Stadt, dazu sind die Esten auch tolle Gastgeber.

Auch fand während meiner Zeit in Lettland die Feier zum 20-jährigen Jubiläum von Caparol im Baltikum statt. Auch hier spürte man wieder den tollen Zusammenhalt unter den Kollegen und die starke Gemeinschaft, mein Glück, dass ich dabei sein durfte.

Caparol Center MinskWeiter hatte ich die Möglichkeit in Minsk in Belarus das Caparol Center zu besuchen. Eine wirklich tolle Ausstellung in welcher der Kunde die einzelnen Produkte anhand großer Musterfläche betrachten und so die perfekte Lösung für sich auswählen kann. Eine wirklich tolle Idee! Auch so konnte ich wieder einiges für mein Projekt mitnehmen und nicht unerwähnt soll die wunderbare Gastfreundschaft der Kollegen vor Ort bleiben. Ich hatte wirklich ein Glück so viele tolle Menschen kennenzulernen und so viele verschiedene Eindrücke sammeln zu können.

Meine Projekte konnte ich leider Aufgrund der begrenzten Zeit vor Ort nicht abschließen, aber ich konnte eine wichtige Basis schaffen. Ich habe einiges im Bereich des Projektmanagements und von den Kollegen vor Ort gelernt. Ich bin gespannt wie sich die Projekte in den folgenden Monaten weiterentwickeln werden.

Bild 6Insgesamt konnte ich während meiner 4 Monate einige tolle Highlights verbuchen. Ich erlebte die Mittsommernacht, Lettland feierte sein 100-jähriges Jubiläum, es fanden sehr viele weitere tolle Veranstaltungen statt und der Papst war auch zu Besuch. Nicht zu vergessen, es war warm, unfassbar warm. Immer wieder hörte ich den Satz „Es ist wirklich ein ganz untypischer baltischer Sommer.“ Riga ist wirklich eine wunderschöne Stadt, die viel zu bieten hat. Die Architektur ist toll, besonders die vielen Jugendstilfassaden überall in der Stadt, die mir das Herz aufgehen ließen. Immer wenn ich durch die Straßen der Altstadt schlenderte, entdeckte ich etwas was ich noch nicht gesehen hatte. Also für den der noch nicht da war, Riga und auch die anderen Hauptstädte des Baltikums sind einen Besuch wert.

Mein Blick zurück

Meine 4 Monate in Lettland waren definitiv eine Erfahrung fürs Leben und sehr abwechslungsreich. Ich konnte viel über Lettland und die verschiedenen Nachbarländer, die Arbeit vor Ort wie auch über mich lernen. Ich wurde mit wichtigen Aufgaben betraut. Es hat mich gefreut, dass mir so viel Vertrauen entgegen gebracht wurde, wodurch ich an meinen Aufgaben wachsen konnte und dies auch sicherlich noch in Zukunft anwenden kann.

Privat hatte ich zudem vielen Möglichkeiten einige Länder zu erkunden. Ob nun Estland, Litauen, Russland oder auch Belarus, wenn man doch schon einmal in der Nähe wohnt, sollte man einen Blick wagen. Besonders Russland und Belarus haben mich positiv überrascht und kann ich nur jedem empfehlen.

Zusammenfassend war es einfach eine tolle Zeit, ob beruflich oder privat. Absolut empfehlenswert 🙂

Paldies!

– Beitrag von Jessica

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